“Ich Zähle Die Zeit Nicht”

Mariah Carey ist eine lebende Musiklegende und veröffentlicht jetzt nach sieben Jahren ein neues Album. Aber was ist schon Zeit?

Mariah Carey - Vogue Magazine (Germany) - October 2025 - Scans
Magazine Scans
Vogue (DE) October 2025. Text by Maria Hunstig.

Mariah Careys neues Album startet mit den Worten: “I don't care about much if it ain't about me” (auf Deutsch etwa: “Ich schere mich um wenig, solange es nicht um mich geht”). Man kann das egoistisch bis weltfremd finden. Oder man kann MC, wie sie sich auch selbst nennt, als das feiern, was sie ist: eine Musikikone mit bestmöglichem Divastatus. Über die letzten 35 Jahre hat uns die heute Vermutlich-56-Jährige nicht nur ihre Fünf-Oktaven-Stimme, ihre alle Erfolgsrekorde brechende Musik und den Weihnachts-Hit schlechthin gegeben, sondern auch unzählige Meme-werte Auftritte, Aussagen und legendäre Aktionen wie das Verklagen ihres Ex-Verlobten wegen Zeitverschwendung. Ihre Fans — von denen übrigens keinesfalls alle schon seit den 90ern dabei sind, sondern die wirklich allen Altersklassen entspringen — lieben sie dafür. Und sie können sich freuen: Neben den elf neuen Tracks, die in typischer Carey-Manier R'n'B, Hip-Hop und Pop mit eingängigen Lyrics verbinden, wird gerade eine Dokumentation über die Sängerin gedreht, außerdem arbeitet sie mit Regisseur Lee Daniels an einer Serienadaption ihrer Memoiren. Wir werden niemals ganz wissen, was von Mariah Careys Attitüde echt und was lang aufgebaute Show-Persona ist. Und das ist auch egal — denn wir werden dabei allerbestens unterhalten; auch in diesem Interview, das sie mit uns aus London geführt hat.

Sie veröffentlichen diesen Monat Ihr erstes Album seit sieben Jahren. Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt dafür?
Ganz einfach: weil es fertig ist. (lacht) Nein, im Ernst: Ich habe so lange an neuer Musik gearbeitet. Mal hatte ich vier Songs, dann waren es sechs. Irgendwann meinte jemand zu mir: “Du hast eigentlich schon fast genug für ein Album.” Und ab da habe ich intensiver gearbeitet — und jetzt gibt es mein neues Album.

Je hebt deze keer ook zelf je videoclip bij je single “Fantasy” geregisseerd?
Ja dat wilde ik een keer zelf in de hand hebben. Met andere regisseurs wordt het nooit zoals ik had gehoopt. We hebben de opnamen in een pretpark hier in New York gemaakt en ik koos zelf de figuranten uit. Ja ook dat meisje met die dikke buik, wat echt niets betekent hoor. Gewoon een lief meisje dat een goede uitstraling had.

Brauchen Sie bestimmte Voraussetzungen, um ins Schreiben zu komen?
Ich liebe die Nacht. Sie gibt mir einfach dieses besonderes Gefühl. Es ist ruhig, ich kann auf den Mond und die Sterne schauen und einfach viben mit dem, was ich gerade schreibe.

Sie sind die Definition einer Musikikone. Sehen Sie auch so?
Es ist ein interessantes Wort. Ich weiß nicht, wie ich mich damit fühle. Es ist eins dieser Worte, bei dem es sehr schmeichelhaft ist, wenn dich jemand so nennt, du aber auch sagen musst: Ich selbst sehe mich eigentlich nicht als solche.

Gibt es Tage, an denen Sie sich wünschen, einfach mal ungestylt zu Hause zu bleiben, ohne glamourösen Auftritt? Empfinden Sie die Erwartungen an Sie als Druck?
Nein, als Druck nehme ich das nicht wahr. Ich denke mir dann eher: Heute verbringe ich einfach Zeit mit meinen Kindern — und das ist großartig.

Würden Sie sagen, dass die Mariah von heute eine andere ist als die von vor zehn oder 20 Jahren?
Ich habe keine Ahnung, denn ich zähle die Zeit nicht.

Auch in einem Ihrer neuen Songs singen Sie: “I don't acknowledge time,” also dass Zeit für Sie einfach keine Gültigkeit hat. Eine Einstellung, die ich auch gern adaptieren würde. Wie also machen Sie das?
Ich weiß es nicht. Irgendwann habe ich einfach angefangen, es zu sagen und es einfach zu tun. Zeit war für mich nie wirklich wichtig, ich orientiere mich immer nur an dem, was gerade passiert.

Schauen Sie jemals auf die Uhr?
Nein, ich schaue nicht auf Uhren. Ich mochte Uhren noch nie.

Gibt es auf dem Album einen Song, der für Sie eine besondere Bedeutung hat?
Ja, das wäre “Here For It All,” der letzte Song des Albums. Ich habe ihn zusammen mit meinem Freund Daniel Moore geschrieben. Für mich ist es ein sehr nostalgisches Stück — und gleichzeitig etwas Neues. Es bedeutet mir die Welt. Es heißt darin: “Baby, I'm here for it all” (singt) — nicht ganz so schrecklich wie gerade. (lacht) Es geht darum, mit einer Person — oder einer Gruppe von Leuten — zu sprechen, die sagt: Das ist passiert, jenes ist passiert, egal was kommt — ich bin für dich da; ich bin für alles da.

Sie sind seit Jahrzehnten Teil einer fordernden Branche. Gibt es etwas, das Ihnen hilft, in stressigen Zeiten geerdet zu bleiben?
Um geerdet zu bleiben, muss man auch innerlich zentriert sein. Das habe ich über die Jahre lernen müssen. Musik spielt dabei eine große Rolle. Und zwar nicht nur im Sinne von: Ich mache mein eigenes Album und lasse mich von meiner Musik inspirieren. Sondern vielmehr, dass Musik an sich ein Teil dieses Zentriert-Seins ist. So sehe ich das.